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Foto: Karin Fleischer

Karin Fleischer (geb. 1943)
Atemhebung, 2017

Es ist eine ungewöhnlich große Radierung, wie wir sie sonst nur von Chillida oder Tapiés kennen. Sie geht aus einer Tusche auf Japanpapier hervor, die Karin Fleischer bei einem Konzert im Münchner Liebfrauendom zu Gregorianik malte. In originaler Größe ist sie auf Kupfer übertragen, tief geätzt und mit Aquatinten belegt worden, damit die Figur nach dem Druck auf dem Somerset Bütten pastos aufliegt. Der Titel ATEMHEBUNG bildet die Aussage der Figur ab: beim Singen der Gregorianik nimmt man tief Atem, um darauf zu modulieren. Es ist auch ein Vorgang, den wir alle täglich mit jedem Sprechen machen, den wir beim Singen unserer Lieder selbst immer wiederholen. So wird die ATEMHEBUNG zu einem Sinnbild für ein ganz elementares unbewusstes Tun des Menschen.

Anbetung der Könige nach Giovanni Battista Tiepolo

Eine Krippe ist eine Krippe, ein paar Figuren in einem Stall? Dass die Formel längst nicht immer derart simpel ausfallen muss, zeigt eindrucksvoll unser diesjähriges Kunstwerk des Monats: Es handelt sich um eine aus der Kunstgeschichte inspirierte Inszenierung der Anbetung der Könige. Figuren, Kleidung und Arrangement orientieren sich an einem Ölgemälde des italienischen Barockmalers Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770), ausgeführt und interpretiert von dem Bildschnitzer Benno Michael Gantner (1921–2016). Als ausgebildeter Fassmaler konnte Gantner seinen Figuren bei der Farbfassung selbst den letzten Schliff verleihen, sozusagen alles „aus einer Hand“ arbeiten.

Gastauftritt:
Tragaltar der sog. Gregorius-Gruppe aus dem Diözesanmuseum Bamberg

Schon bemerkt? Das berühmte Regensburger Rationale ist auf Wanderschaft gegangen. Es wird seit 25. September 2020 und noch bis zum 10. Januar 2021 im Diözesanmuseum Bamberg in der Ausstellung „Die Bamberger Kaisergewänder unter der Lupe – Methoden und Ergebnisse der aktuellen Forschungen“ gezeigt. Im „Leihgaben-Tausch“ haben wir von den Kollegen aus Bamberg einen ihrer dortigen Schätze für die nächsten Monate als Gastexponat bekommen: einen romanischen Tragalter aus der sog. Gregorius-Gruppe.

Hans Thomann (* 1957)
Wandel, 2020

Beim ersten Blick auf Hans Thomanns Holzplastik „Wandel“ gewinnt man den Eindruck einer als Standbild eingefrorenen Silhouette eines stehenden Mannes, die sich tiefschwarz vom hellen Hintergrund abhebt. Doch bewegt man sich auf diesen Mann zu, schreitet um ihn herum, beginnt sich das eingeprägte Bild zu wandeln. Hat man die Figur um 90 Grad umschritten, steht sie gar auf dem Kopf. Blickt man von oben auf sie herab, formt sie ein griechisches Kreuz. Erst dieser Querschnitt der Figur(en) offenbart: Der Mann ist Jesus.

Engel aus der zerstörten Obermünsterkirche

Am 13. März 1945, dem Fatimatag, ereignete sich einer der letzten und schwersten Luftangriffe auf Regensburg im Zweiten Weltkrieg. Zwar zielten die Angriffe auf Hafen- und Bahnhofsgelände sowie Kasernen, jedoch wurden auch die Kirchen der ehemaligen Damenstifte Ober- und Niedermünster getroffen: ...

Gastauftritt:
Behelfsfahrradreifen aus der Nachkriegszeit in Neutraubling

Auf den ersten Blick handelt es sich um einen einfachen Fahrradreifen, der schon bessere Tage gesehen hat. Der zweite, genauere Blick offenbart, dass es sich um gar keine geschlossene Gummioberfläche handelt, sondern ...