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Giuseppe Vallardi, Kulissenkrippe oder Teleorama mit Darstellung der Anbetung der Hirten, Mailand, Januar wohl 1829

In einem Guckkasten mit seitlich einfallendem Licht zeigt die Krippe auf sechs Kulissenbildern, die perspektivisch hintereinander aufgestellt werden, und einem abschließenden Prospekt, die Anbetung der Hirten. Die Tiefenwirkung ist erstaunlich.

Das harmonikaartig ausziehbare Teleorama erzeugte mit den hintereinander angeordneten Kulissen eine tiefenräumliche Illusion und damit Bewegung. Die Statik des Bildes sollte durch den Teleblick aufgelöst werden. In England und Deutschland und – wie das Beispiel zeigt – in Italien waren um 1820/30 Teleoramen ein beliebtes Souvenir.

Kuppelkrippe aus Eiche

Hier scheint sich etwas zuzutragen, was alle in seinen Bann zieht.

Als eine der einzigartigsten Krippen der Kunstsammlung des Bistums Regensburg kann diese besondere Kuppelkrippe vorgestellt werden. Die Künstler Sabine Ackstaller und Moritz Schweikl haben eine Krippe erschaffen, welche von allen Seiten betrachtet und umgangen werden; die Figuren stehen im Kreis eng gedrängt aneinander und sind von hinten dargestellt; sie blicken in ihre Mitte. Hier scheint sich etwas zuzutragen, was alle in seinen Bann zieht. Doch die Hauptperson bleibt unseren Augen verborgen. Ochs und Esel, Josef und Maria, die drei Heiligen Könige – alle blicken gebannt in das Zentrum des Geschehens und versperren uns, dem Betrachter die freie Sicht auf das Christuskind.

Katinka Schneweis (*1969) Lebensweg

Katinka Schneweis ist eine Geschichtenerzählerin und jedes ihrer Bilder hat eine eigene Geschichte, die man oft nicht mehr sehen, aber beim Anblick möglicherweise erahnen oder fühlen kann.

Unter der scheinbaren Ruhe des Bildes liegen Schichten der Aufregung und Wildheit, die jetzt reduziert sind auf das Spannungsverhältnis der extremen Gegensätze von Kalt und Warm und der Assoziation von Bergen und Flügeln.

Die rote Figur in der Mitte scheint sich auf einen Punkt zu fokussieren, worauf sie sich direkt zubewegt. Für den Betrachter bietet die Künstlerin in ihren Arbeiten häufig die Möglichkeit, ein Bild auf die eine oder andere Weise wahrzunehmen.

Reliquienkästchen mit byzantinischen und islamischen Motiven

Anlässlich der Ausstellung "Islam in Europa 1000-1250" im Dommuseum Hildesheim wird das Reliquienkästchen aus dem 13./14. Jahrhundert als Kunstwerk des Monats Oktober vorgestellt:

In den Kirchenschätzen Europas und im Hildesheimer Domschatz (UNESCO-Welterbe) sind zahlreiche Kunstwerke aus vom Islam geprägten Regionen überliefert. Ausgehend von diesen Objekten werden in der großen Sonderausstellung im Dommuseum Hildesheim die Gemeinsamkeiten und Verflechtungen der Kulturen aufgezeigt. Hochkarätige internationale Leihgaben unter anderen aus Florenz, London, Paris und Wien bieten eine einzigartige Möglichkeit, dieses auch für die Gegenwart relevante Thema zu betrachten.

Ein hervorragendes Beispiel spätbarocker Goldschmiedekunst

Ein Kleinod der Oberpfalz: Reliquienkreuz mit Kreuzpartikel, um 1680

Der ovale, gekniffene und abgetreppte Fuß zeigt auf seiner Oberfläche breit geschwungene Voluten, die eine viergliedrige Unterteilung ergeben und gleichzeitig vier Kartuschen eingrenzen. Darin sind die Leidenswerkzeuge Christi abgebildet: Das Schweißtuch der Veronika, die Geißelsäule mit den Marterwerkzeugen und die Dornenkrone mit drei Nägeln. Auf der vierten Kartusche findet sich das fürstliche Wappen der Lobkowitzer, einem böhmischen Adelsgeschlecht, und das Habsburger Wappen mit dem eingravierten Buchstaben A (für Austria).

Ein Vesperale ist ein liturgisches Buch, welches die Texte des Stundengebetes der Vesper mit Noten enthält.

Vesperale aus St. Jakob in Straubing

Die Stadtpfarrkirche und ehem. Stiftskirche St. Jakob und St. Tiburtius in Straubing ist bekannt für ihren bedeutenden Bau einer gotischen Hallenkirche und ihre reiche Ausstattung. Unsere Kollegin der Pfarreieninventarisation ist nun auf eine Kostbarkeit im Bereich der Buchkunst gestoßen: ein Vesperale. Mit seinen 15,5 kg ist das Vesperbuch nicht nur buchstäblich, sondern auch künstlerisch und kunsthistorisch ein Schwergewicht.