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Böhmische Kastenkrippe

Das heutige Tschechien war bis zum 2. Weltkrieg eine der reichsten Krippenregionen Mitteleuropas. Die einfache Bevölkerung gestaltete nach Vorbildern aus den Kirchen die Holzfigürchen und phantasievolle Landschaften rund um das Geschehen der Geburt Christi. So entwickelte sich eine religiöse Volkskunst anonymer Laienschnitzer, die in ihrer Formen- und Figurenvielfalt durchaus das Prädikat „naive Kunst“ verdient. Die Werke sind aus dem inneren Erleben geschaffen und besitzen sehr ursprüngliche Aussagekraft. Jede Region brachte ihr Spezifikum nach und nach in die Gestaltung ein. So gab es im 19. und 20. Jahrhundert in Böhmen und Mähren tschechische, deutsche und national gemischte Krippenbauergebiete.

Die Sedes lapidea aus St. Emmeram (sog. „Heinrichsstuhl“)

Die Sedes lapidea aus St. Emmeram in Regensburg ist einer von zwei erhaltenen figürlich verzierten mittelalterlichen Steinthronen nördlich der Alpen. Sie wird aufgrund einer legendenhaften Überlieferung häufig auch als «Heinrichsstuhl» bezeichnet. Derzeit ist die Sedes lapidea als Leihgabe der Katholischen Kirchenstiftung St. Emmeram in der Ausstellung „Gold & Ruhm“ im Historischen Museum Basel zu sehen.

Fotografien des Ausbaus der Domtürme von 1859‒1869

Als der Ausbau der Domtürme im Sommer 1860 begann, vollzog sich in der Erscheinung des Regensburger Stadtbildes eine tiefgreifende Veränderung, die durch eine damals noch neue Technologie eingefangen wurde: Die Fotografie. In eindrucksvollen Bildern wurde der Fortschritt an den Domspitzen vom Stand kurz vor Baubeginn 1859 bis zu ihrer Vollendung im Jahr 1869 und darüber hinaus abgelichtet und dokumentiert.

Skulptur des Regensburger Bischofs Ignatius von Senestrey

Ignatius von Senestrey (1818‒1906) war so lange Bischof von Regensburg wie kein anderer. Über einen Zeitraum von beinahe fünfzig Jahren ‒ 1858 bis 1906 ‒ füllte er dieses Amt aus. Am meisten wird er mit einer stadtbildprägenden Baumaßnahme während seines Pontifikats in Verbindung gebracht: der Vollendung der Regensburger Domtürme, die zwischen 1859 und 1869 erfolgte und aktiv von ihm vorangetrieben wurde. Dass auch er selbst seine Rolle in diesem Projekt so verstanden wissen wollte, führt ein von ihm beauftragtes Kunstwerk vor Augen, das 2019 in der Ausstellung „Zwei Türme für den König“ im Museum St. Ulrich zu sehen war.

Melchior Küsel (1626-1683)
Barocke Idealansicht des Regensburger Domes

Der großformatige Kupferstich Melchior Küsels aus dem Jahr 1655 dokumentiert anschaulich, dass schon im Barock die Idee der Vollendung der Regensburger Domtürme verfolgt wurde. In einer reich geschmückten Kartusche zwischen den himmelstrebenden Turmspitzen ist zu lesen, es handele sich um eine „IDEA Cathedralis Ecclesiae Sti. Petri Apostoli In Ciutate Ratisbonensi“, also eine Idealvorstellung der Kathedrale St. Peter in Regensburg.

Modell zur Fertigstellung der Regensburger Domfassade von Anton Blank

Im Regensburger Domschatz steht ein kunstvoll ausgearbeitetes Architekturmodell, präsentiert in einer Vitrine. Es zeigt einen Ausbauvorschlag der Westfassade des Domes, deren Turmspitzen über Jahrhunderte unvollendet geblieben waren. Um 1859/60, als das Modell entstand, war zwar längst der Beschluss gefasst, die Domtürme auszubauen, jedoch entbrannte ein regelrechter Wettstreit der Planer um eine „historisch richtige“ Ergänzung des Baubestandes. Drei verschiedene Pläne wurden eingereicht, Maximilian II. genehmigte schließlich den Entwurf des königlichen Baurats August von Voit. Mit dem Fassadenmodell sollte anschließend für diesen Entwurf geworben werden, weshalb es auch fotografisch reproduziert und zum Verkauf angeboten wurde.

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