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Achatz Alois

  • geboren 1964 in Kaikenried, 1985-1988 Berufsfachschule für Holzbildhauerei, Oberammergau
  • 1990-1996 Studium der Bildhauerei bei Prof. Hubertus von Pilgramm an der Akademie der Bildenden Künste München
  • 1992 Stipendium Druckgrafik, Aberdeen, Schottland, und am Virginia Center for the Creative Arts, USA
  • 1997 Debütantenförderung der Bayerischen Staatsregierung
  • seit 1996 freischaffend, lebt und arbeitet in Eitlbrunn und Regensburg

 

Arbeitsgebiete Bildhauerei, Druckgrafik, Fotografie.

 

http://www.kunst-in-ostbayern.de/kuenstler/achatz.html

 

Landschaften

Plexiglas, Holz, Kupferdruckfarbe

H 151 cm x B 100 cm

 

muster kuenstlerdatenbank

Die Werke von Alois Achatz sind keine Landschaftsbilder. „Landschaft“ sind sie selbst, keine Abbilder, und die will durchwandert werden. Es ist eine Wanderung über Untiefen und durch Gräben der Arbeitstechnik: Ins Plexiglas sind jeweils 1200 bis 1500 Ritzungen in Kaltnadeltechnik eingegraben. Darüber erfolgte der Auftrag von Kupferdruckfarbe und das Abwischen. In den Vertiefungen bleibt die Farbe und wirkt das graphische Bild fast zum Gemälde.

 

Der je verschieden - hier hell, dort dunkler - bemalte Holzträger dahinter und die wechselnde Verdichtung der Linien bringt die Verschiedenheit der Tafeln.

Diese Achatz’schen „Landschaften“ sind beides: Präsenz und Repräsentation, Verweis. Reines Dasein und sich entziehende Transzendenz. In der Landschaft von Alois Achatz wird spürbar, dass wir Irdische uns in die Erde eingraben und Furchen legen für den Samen und zugleich auf dieser Erde hochtrachten in eine

verhüllte Dimension göttlicher Anwesenheit, in eine verheißende Fülle des Menschwerdens. Die zum Wandbild erhobene Erde erinnert an die Flugfähigkeit des inneren Menschen. Die mühsam eingearbeiteten Strukturen, Formbildungen, Absätze und Neuansätze weisen auf unser vielschichtiges Lebensgeschehen und Lebenswollen hin. Es sind Bilder der Stille, sichtbares Schweigen, aber auf einmal geschieht Vielgestalt, kommen Melodien, ist Bewegung, Zeit, Weg,

Leiter mit Sprossen der Zeit, Tür, Eintritt und Aufstieg in uns, und wenn Sie wollen, noch weiter.

 

Schon in der Nacht sah ich das Licht

Installation, 2014

Holz, Draht, Kunstharz

230 x 140 x 50 cm

 

muster kuenstlerdatenbank2

Auf einer großen Grundplatte ist es in alle vier Richtungen dunkel. Eine öde, leblose, ja lebensfeindliche Wüstenei.

Eisendrahtstifte stecken dicht an dicht, wie ein düsterer verkohlter Wald,

stachelig, fast bedrohlich.

In der Mitte aber, da steht ein Haus ganz aus Licht, wie aus reinem Licht gebaut,

leuchtend aus sich selbst heraus. Eine Giebelfront ist von unten bis oben geöffnet, einladend, und der Blick ins Innere spürt keine begrenzenden Wände, nur ein Leuchten überall.

Seit Menschengedenken gilt: Licht ist Leben. Nichts auf der Erde gedeiht ohne Licht. Antike Kulturen verehrten die Sonne als lebensspendende Gottheit. Auch für das Christentum ist das Licht sichtbares Zeichen für die Gegenwart Gottes in der Welt. In der Waldfinsternis dieses Kunstwerks wirkt das Lichthaus wie ein Zufluchtsort, wie eine rettende Insel. Ein aufmerksam Suchender könnte sie durch das Dickicht der verkohlten Stämme hindurch schon von weitem erspähen, und sie könnte ihm Wegweiser sein aus der Nacht heraus ins Licht.

„Schon in der Nacht sah ich das Licht“, da spricht ein aufmerksam Suchender. Aus seinen Worten spürt man auch ein Hoffen und Sehnen nach dem Licht. (FF)

 

http://bildimpuls.de/rw_e13v/module/art2/default.asp?WebID=bildimpuls&modus=det&ID=462

 

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